Bleibt hungrig, bleibt tollkühn!


Der 2011 verstorbene Steve Jobs war angeblich ein aufbrausender, undiplomatischer und manchmal auch gemeiner Chef. Man sagt, er konnte an einem Tag charmant, und aufmerksam sein und am nächsten kalt und abweisend. Er selbst bewunderte seine Frau, meinte einmal, dass das Leben mit ihm kein „Korb mit Kirschen“ sei. Seine Arbeit für Apple war für ihn alles, seine Ansätze und Ideen gleich dem eines Genies. Er zeigte auch zutiefst menschliche Regungen in der Öffentlichkeit, wenn ihm die Tränen über die Wangen liefen, als er sich an eine frühere Geliebte, sein 20. Hochzeits-Jubiläum erinnerte oder die legendäre Rede vor den Absolventen der Stanford Universität im Jahr 2005 hielt.

In dieser Ansprache redet er sehr offen über sein Leben. Er hatte gerade eine Krebsbehandlung erfolgreich überstanden. Er selbst, nie fertig studiert, spricht davon, dass er das Glück hatte, sehr früh zu wissen, was er mit hoher Leidenschaft tun wollte: Gemeinsam mit seinem Freund Woz, damals 20jährig, in der Garage seiner Eltern an einem Computer bauen. 10 Jahre später wird diese Unternehmung zu einem Unternehmen werden, das zwei Milliarden Dollar Umsatz machen und 4000 Mitarbeiter haben sollte. Seine Rede endete mit den Worten: „Bleibt hungrig, bleibt tollkühn!“

Das Wort „foolish“ kann man auch mit den Worten: „töricht“, „närrisch“ oder „unklug“ übersetzen. Die Voraussetzung für außergewöhnliche Ideen. Einer seiner Zugänge war auch, die Qualitäten seiner Mitarbeiter zu fordern und zu fördern. Beispielsweise hielt er regelmäßig Meetings ab, in denen er mit seinen führenden Kreativ-Mitarbeitern diskutierte, welche Ideen als nächstes umgesetzt werden sollen. Er wählte eine spannende Methode: Eine Flipchart, auf denen des langen und breiten diskutiert wurde, welche 10 Ideen es wert wären, diese zu verfolgen. Danach gab er 5 Projekte zum Abschuss frei, nämlich die, die wieder gestrichen werden sollten. Blieben dann die 5 besten Ideen über, strich er von sich aus weitere zwei, sodass die besten drei übrig blieben. Ein Paradebeispiel dafür, wie es gelingt, sich zu fokussieren und im Vorfeld ausgiebig zu überlegen, worauf die Kraft und Energie gelegt werden soll. Ein wichtiges Nebenprodukt: Ausführliche Kommunikation!

Was also, wenn der Spirit der Firma die Mitarbeiter nicht erreicht? Was ist, wenn hauptsächlich die Assistentin aber weder die erste, geschweige denn die zweite Führungsriege die Intensionen und Ausrichtung der Firma kennt und spürt? Steve Jobs hatte auch hier einen interessanten Zugang. Er wählte seine Führungskräfte sehr sorgfältig, um nicht zu sagen auf außergewöhnliche Weise aus: Die Bewerbungsgespräche weilten sehr lange („Es gab welche, die um zehn Uhr morgens begannen und bis nach dem Abendessen dauerten“); die Bewerber sollten mit jedem Mitarbeiter im Gebäude mindestens einmal sprechen; man überprüfte deren Reaktion auf ein neues Produkt. Wenn dann jemand gelangweilt wirkte oder sagte: „Netter Computer“ war klar, dass es nicht passte. „Wir wollten, dass ihnen die Freude ins Gesicht geschrieben steht“. Michael Murray, ehemaliger Marketingchef meinte: “Ich habe es nicht für Steve Jobs getan; ich mache es, weil ich glaube, dass dahinter ein größerer Nutzen steckt.“

Im textilen Handel und an vielen der Handelsstandorte sind Zusatzverkäufe oder zumindest der Zusatzverkauf an der Kassa ein enormer Zugewinn. Meist sind es nicht die Führungskräfte, die diese durchführen, sondern die Mitarbeiter. Diese erleben diese Dienstanweisung aber als etwas sehr schwieriges. Einerseits wollen sie nicht aufdringlich sein, andererseits schätzen sie dies Verhalten im umgekehrten nicht besonders. Wenn hier die Führungskraft nicht mit großer Leidenschaft und Verständnis für die Mitarbeiter kontinuierlich unterstützt, belobigt und die kleinen Erfolge sieht, ist eine Veränderung nicht möglich. Die Leidenschaft, Mitarbeiter entwickeln zu wollen, ist eine große Aufgabe, die viele Führungskräfte nicht bewerkstelligen können. Die einen gehen zu sachlich vor (messen ohne Unterstützung und Lob ausschließlich an den Zahlen), die anderen sind zu verständnisvoll (denn Mitarbeiter benötigen Mut und auch schon mal einen Schups, um über den Schatten zu springen und zu erkennen, warum der Kunde das richtige Anbieten der Zusatzverkäufe oder des Zusatzverkaufes an der Kassa als Engagement des Verkäufers erlebt und nicht als Aufdringlichkeit). Ein weiterer Grund des Nichtentwickelns von Mitarbeitern ist: Fehlende Geduld und somit die fehlende Zeit, da die Priorität auf dieses Stiefkind nicht gesetzt wird.

Die leidenschaftliche und "Mitarbeiter entwickeln wollende“ Führungskraft ist u.a. der größte Umsatzhebel für jedes kleinere und größere Unternehmen. Der Innovation Circle hat ein Betreuungssystem auf den Markt gebracht, das direkt auf den Mitarbeiter im Handel abzielt, um die Führungskraft zu entlasten. Ein weiteres Programm entwickelt die Führungskraft. Sofern man an sie glaubt. Es gilt also zu überprüfen, ob sie zumindest ein wenig „hungry and foolish“ sind.

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Martin Stampler

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